Geschäftsbericht 2018
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III. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 

1. Prognosebericht 

Die dpa hat sich 2018 weitgehend entlang der Erwartungen entwickelt, mit einem Ergebnis von knapp 1,5 Mio. Euro den Prognosewert des Vorjahres aber aufgrund einiger Einmaleffekte spürbar übertroffen.

Für das Geschäftsjahr 2019 erwarten wir trotz anhaltender Auflagenverluste und damit verbundener Erlösrückgänge in den Kerndiensten insgesamt ein kleines Umsatzwachstum von ein bis eineinhalb Prozent. Gepaart mit rückläufigen Kosten durch den Wegfall von hohen Einmalaufwendungen, aber auch sinkenden Ergebnisbeiträgen der Tochtergesellschaften und Beteiligungen rechnen wir damit, ein Ergebnis zwischen 1,0 und 1,3 Mio. Euro zu erzielen. 

Dabei werden neben der positiven Entwicklung der neueren Aktivitäten wie z. B. Custom-Content oder dpa-Agenda sowie dem sich gut entwickelnden Marktsegment Nicht-Medien insbesondere die Neustrukturierung des Spanischen Dienstes und die wegfallenden Sonderausschüttungen der Schweizer Beteiligungen ergebnisbeeinflussende Faktoren sein. 

Perspektivisch gehen wir auch für das Jahr 2020 von leicht steigenden Gesamtumsätzen aus und rechnen mit einem Jahresüberschuss in ähnlicher Höhe wie 2019.


2. Chancen- und Risikobericht 

Die Deutsche Presse-Agentur hat sich 2018 erfolgreich auf die Weiterentwicklung und den Ausbau des Unternehmens konzentriert. Dieser ehrgeizige Weg erforderte weitreichende Anstrengungen und Ressourcen über den gesamten Jahresverlauf.

Insgesamt ist es der Agentur gelungen, ihre Geschäftsentwicklung erneut positiv zu gestalten. Die Marktanteile im Zeitungsbereich sowie die Anzahl der Kunden im In- und Ausland konnten auf einem hohen Niveau gehalten werden. Während der Printmarkt sich weiterhin mit sinkenden Auflagen auseinandersetzen muss, konnte die dpa ihre Umsätze insbesondere im Bereich der digitalen Nachrichten, im Bereich der Business- und Kommunikationslösungen und im Bereich der individuellen Contenterstellung ausbauen. Diese Strategie der Diversifikation hat zu einem insgesamt positiven Ergebnis für das Unternehmen geführt und bestärkt die Geschäftsführung darin, an diesem erfolgreichen Weg festzuhalten.

Die digitale Transformation mit all ihren Auswirkungen auf die traditionellen Medienmärkte stellt auch für die dpa eine spürbare Herausforderung dar. Gleichzeitig ergeben sich daraus aber auch vielfältige Chancen. Digitale Produkte zahlen bereits seit Jahren auf das Gesamtergebnis der dpa ein. Insbesondere ist dabei die überaus positive Entwicklung der Tochtergesellschaft dpa-infocom GmbH zu nennen, deren Digitalprodukte eine hervorragende Resonanz am Markt erzielen. Gleiches gilt für die Tochtergesellschaften Picture-Alliance GmbH und news aktuell GmbH, deren wachstumsgetriebenes Geschäft ebenfalls spürbar zum wirtschaftlichen Erfolg der Agentur beiträgt. Weiterer Ausbau und zusätzliches Wachstum in diesen Bereichen gehören zu den vorrangigen Zielen der dpa-Geschäftsführung.

Weiterhin hat die dpa daran gearbeitet, den Nutzwert ihrer Angebote für die Kunden kontinuierlich zu steigern und die Bindung an die Agentur zu vertiefen. Dazu gehören insbesondere der intensivierte und langfristig angelegte Profile-Prozess, der die konkreten Erwartungen der Bezieher an die Inhalte der dpa-Dienste berücksichtigt. Außerdem ist das Entwicklungsprojekt Performing Content zu nennen. In Zusammenarbeit mit den dpa-Kunden wird dabei gemessen, welche Inhalte die Leser an digitale Angebote binden und welche Beiträge zu mehr Käufen und Abonnements führen. Performing Content kann im weiteren Projektverlauf den konkreten Beitrag von dpa zur Wertschöpfungskette sichtbar machen und somit zu einer optimalen Kundenbindung beitragen.

Mit der Umstrukturierung des Spanischen Dienstes konnte die dpa auch bei den Auslandsdiensten eine positive Entwicklung anstoßen. Die schwierige Wirtschaftslage in Lateinamerika insgesamt sowie ein enormer Konkurrenzdruck durch zum Teil mit einem staatlichen Auftrag versehene Agenturen, die mit einer marktunabhängigen Preisgestaltung agieren, haben diesen Schritt notwendig gemacht. Trotz schmerzlicher Einschnitte insbesondere für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Spanien und Lateinamerika ist es im Anschluss an die Umstrukturierungsmaßnahmen gelungen, in Zusammenarbeit mit dem Partner Europa Press ein vielversprechendes neues und bildstarkes Angebot für den lateinamerikanischen Markt zu starten.

Darüber hinaus hat die dpa mit der Übernahme weiterer Anteile an der news aktuell (Schweiz) AG und einem Seed-Investment bei der Contiago GmbH in Zukunftsmärkte investiert. dpa sieht in der Übertragung des Erfolgsrezeptes der deutschen Tochtergesellschaft news aktuell auf den schweizerischen Markt eine große Chance, ein ähnliches Umsatzwachstum auch dort zu erzielen. dpa hat von Keystone-SDA 50 % der Anteile an news aktuell (Schweiz) AG erworben. Eine weitere Zukunftsinvestition sieht dpa in der Beteiligung an der Contiago GmbH. Die Firma baut eine Content-­Lizenzierungsplattform auf, die kleine und mittelständische Unternehmen mit Inhalten für ihre Websites versorgt. 

Ein spürbares Risiko für die dpa bedeutet weiterhin der kontinuierliche Auflagenverlust bei den allermeisten Zeitungen. Nach bestehendem Preismodell ist diese Entwicklung an einen fortlaufenden Umsatzverlust für die Agentur gekoppelt. Darüber hinaus sorgt ein insgesamt rückläufiges Anzeigengeschäft für zunehmenden Kostendruck im gesamten Medienmarkt. 

Es zeigt sich aber auch, dass der Anteil der kostenpflichtigen Digitalangebote am Gesamtumsatz der Branche spürbar steigt. Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass die Zeitungsverlage diese Entwicklung mit großer Energie, Investitionsbereitschaft und innovativen Angeboten vorantreiben, um die digitalen Produkte zu einer tragenden Umsatzsäule auszubauen. 

Um dem Ausfall- und Liquiditätsrisiko der Finanzanlagen und den damit verbundenen Forderungen zu begegnen, betreiben wir ein aktives Finanzrisikomanagement. Liquiditätsüberschüsse werden kurz- und mittelfristig gemäß den vorhandenen Richtlinien werthaltig angelegt. Durch die Besetzung von Organfunktionen bei verbundenen Unternehmen und Beteiligungen durch eigene Mitarbeiter und die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips können wir Risiken minimieren und jederzeit kurzfristig auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (einschließlich die gegen Gesellschafter) werden zeitnah verfolgt und durch ein konsequentes Forderungsmanagement reduziert.

dpa ist abhängig von einer jederzeit einsatzbereiten IT-Infrastruktur. Risiken bestehen durch technische Systemausfälle (Stromausfall) oder externe Eingriffe wie Hackerattacken o. Ä.

Zur umfangreichen Sicherungsstruktur zählen Notstromaggregate, die ständige Datensicherung/Spiegelung und eine umfangreiche Firewall- und Sicherungsarchitektur.

Zurzeit sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar, deren Eintritt wahrscheinlich ist.