Geschäftsbericht 2018
11/49

Bericht des Aufsichtsrates

David Brandstätter, Vorsitzender des Aufsichtsrates


Vor 70 Jahren, am 1. September 1949, ging die erste Meldung der Deutschen Presse-Agentur auf den Draht. „Die Pflege der objektiven Nachricht und die Unabhängigkeit von jeder staatlichen, parteipolitischen und wirtschaftlichen Interessengruppe werden das Merkmal der neuen Agentur sein“, ließ der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Anton Betz die deutschen Medien wissen. Dieser Satz stellt auch jetzt, wenn wir das siebzigjährige Bestehen des Unternehmens feiern, die wesentliche Richtschnur für unser Handeln dar. Nur vier Jahre nachdem der Propagandaapparat der Nationalsozialisten sein Ende gefunden hatte, schlug die dpa ein neues journalistisches Kapitel in Deutschland auf: eine private, unabhängige Nachrichtenagentur im Besitz der Verlage.

Alle Beteiligten an dieser Erfolgsgeschichte – in erster Linie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der dpa – sorgen seit nunmehr sieben Jahrzehnten dafür, dass die Redaktionen unseres Landes schnell, verlässlich und wahrheitsgetreu mit Nachrichten beliefert werden. Dieser Leistung gelten der Dank und der Respekt des gesamten Aufsichtsrates. Aber das Gremium ist sich auch bewusst, dass das Vertrauen und der hervorragende Ruf, den die dpa genießt, täglich neu erarbeitet werden müssen.

Unsere Branche hat im vergangenen Jahr schmerzlich erfahren müssen, dass Wertschätzung und Vertrauen in hohem Maße verspielt wurden. In einer Welt, in der sich die freien und unabhängigen Medien stärker denn je gegen Einflussnahme und Angriffe von außen wehren müssen, stellt der Betrug am Leser eine besondere Gefahr sowohl im moralischen als auch im wirtschaftlichen Sinne dar. Die ganze Branche steht vor der Aufgabe, verlorenes Vertrauen zurückzuerobern. Das ist ein langer Weg. Das ist ein schwerer Weg. Die dpa als unabhängige und verlässliche Nachrichtenagentur der deutschen Medien spielt dabei eine wichtige Rolle. Ihre Seriosität, Glaubwürdigkeit und Transparenz können dabei eine wertvolle Orientierung bieten.

Die Deutsche Presse-Agentur hat das Geschäftsjahr 2018 erneut mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Der Umsatz liegt mit 93,0 Mio. Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres (2017: 93,6 Mio. Euro). Vor dem Hintergrund weiter sinkender Printauflagen und disruptiver Veränderungen durch die Digitalisierung ist es ein herausragendes Signal, dass die dpa Jahr für Jahr wirtschaftlich erfolgreich arbeitet.

Die 69. dpa-Gesellschafterversammlung fand am 19. Juni 2018 unter sehr guter Beteiligung in Hamburg statt. Erneut waren knapp 80 % des Stammkapitals vertreten. Dabei wurden die Amtszeiten der Aufsichtsratsmitglieder Thomas Düffert (Hannover), Dr. Laurent Fischer (Bayreuth) und Thorsten Rossmann (Berlin) verlängert. Außerdem wurde das bisher kooptierte Mitglied Hans-Georg Schnücker (Mainz) erstmals in den dpa-Aufsichtsrat gewählt. Verlassen hat das Gremium Dr. Karl Hans Arnold (Düsseldorf). Seinen Platz hat Johannes Werle eingenommen. Auch die Mitgliedschaft des bisherigen Schriftführers Dr. Holger Paesler (Ulm) lief aus. Neu gehören dem Aufsichtsrat seit November 2018 Birgit Wentzien (Köln) und Gerda Meuer (Bonn) an.

Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Presse-Agentur bleibt David Brandstätter (Würzburg). Zum Vorstand des dpa-Aufsichtsrates gehören weiterhin Dr. Laurent Fischer (Bayreuth) und Valdo Lehari jr. (Reutlingen) als stellvertretende Vorsitzende.


Für den Aufsichtsrat
David Brandstätter
Hamburg, im Mai 2019